„Herbstzeitlese“

— ein literarisches Vielfaches

Literaturkreis in Remagen seit drei Jahren aktiv

12.7.2019 | Seit drei Jahren treffen sich Damen und Herren im fortgeschrittenen Alter einmal monatlich in der Remagener Bücherei, um sich über Bücher und Ideen zu einem vorher festgelegten Thema auszutauschen. Die Runde wird von durch- schnittlich 10 Personen besucht. Krankheiten, Urlaube oder anderweitige Lebens- ereignisse sorgen für wechselnde Gesichter im Kreis. Die meisten Besucher sind aber hartnäckige „Wiederholungstäter“. Zumeist sind die Gespräche buch- und themengebunden. Aber manchmal schweift man natürlich auch ab, das passiert immer wieder einmal. Immer aber sind die geteilten Einblicke und Sichtweisen interessant und werden als bereichernd empfunden. Oft werden dabei Bücher, Kurzgeschichten und Poesie sowie Stile und Techniken neu entdeckt oder erneut geweckt. Bücher sind wertvoll — immer noch. Sie liefern Unterhaltung, Information, Spannung, Humor, einfach alles, was man will und immer zu einer Zeit, die man sich selbst einteilt. Man reist an Plätze oder in Epochen, die man persönlich nicht erreichen kann. Man liest anderen vor, die gerne zuhören, die noch nicht oder nicht mehr lesen können. Man kann Bücher teilen oder weitergeben. Das gilt für das Buch der Bücher, für Klassiker, für moderne Bücher, für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Es gibt keine Altersbeschränkung, denn man kann alles lesen. Manchmal versteht man vielleicht etwas nicht. Manchmal muss man erst lernen, das vorliegende papierbasierte Produkt zu verstehen. Vielleicht eben erst nach mehrfachem Anlauf. Als Elternteil bzw. als Großeltern lernt man auch die Kinderbücher wieder kennen und lieben. Bücher können auch wiederholt gelesen und genossen werden. Auf ihre Weise sind sie zeitlos. Das Juni-Thema „Oh, du schöne Jugendzeit“ verleitete die Teilnehmer weniger dazu, über Bücher als über persönliche Erfahrungen aus der Jugendzeit zu sprechen — und an diese denkt manch einer nicht so gerne zurück. Aber nach anfänglicher Skepsis erwiesen sich diese Erfahrungen dann auch als interessant und erzeugten intensive Diskussionen: Man musste den überwiegend geschützten Bereich der Kindheit verlassen und in ein unabhängiges Leben starten. In diesem neuen Leben hatte man mangels Erfahrung und aufgrund anderer Einflüsse viele schlechte und enttäuschende Erfahrungen gemacht — schmerzende Erfahrungen. Im reiferen Alter hat man genug gelernt, um solche Schmerzen zu vermeiden. Naturgemäß ist diese harte Lehrzeit dann eher in schlechter, schmerzlicher Erinnerung. Die im Jugendalter gelesenen Bücher und die allgemein bekannten Jugendbücher oder -serien scheinen diese Einschätzung zu teilen bzw. zu beschreiben. Denkt man an „echte“ Klassiker wie Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ oder Jugendbuch- klassiker wie Emmy von Rhodens „Der Trotzkopf“, „Anne auf Green Gables“ von Lucy Maud Montgomery oder auch Françoise Sagans „Bonjour Tristesse“ kann man viele Empfindungen und Erlebnisse der Protagonisten auf seine eigenen Erlebnisse übertragen. Das gilt durchaus auch für modernere Beispiele wie die „Plötzlich Prinzessin“-Serie von Meg Cabot oder die „Harry Potter“-Reihe von Joanne K. Rowling — Titel, die im englischen Sprachraum unter „erwachsen werden“ einkategorisiert werden. Und erwachsen geworden sind die Teilnehmer der Herbstzeitlese alle nach der „Oh, so schönen Jugendzeit“! Die Herbstzeitlese findet an jedem ersten Freitag im Monat nach dem Mittagstisch um 13:00 Uhr in der Ev. Bücherei in Remagen unter der bewährten ehrenamtlichen Leitung von Irmgard Kremer-Bieber statt.

„Herbstzeitlese“

— ein literarisches Vielfaches

Literaturkreis in Remagen seit

drei Jahren aktiv

12.7.2019 | Seit drei Jahren treffen sich Damen und Herren im fortgeschrittenen Alter einmal monatlich in der Remagener Bücherei, um sich über Bücher und Ideen zu einem vorher festgelegten Thema auszu- tauschen. Die Runde wird von durch- schnittlich 10 Personen besucht. Krankheiten, Urlaube oder anderweitige Lebensereignisse sorgen für wechselnde Gesichter im Kreis. Die meisten Besucher sind aber hartnäckige „Wiederholungstäter“. Zumeist sind die Gespräche buch- und themengebunden. Aber manchmal schweift man natürlich auch ab, das passiert immer wieder einmal. Immer aber sind die geteilten Einblicke und Sichtweisen interessant und werden als bereichernd empfunden. Oft werden dabei Bücher, Kurzgeschichten und Poesie sowie Stile und Techniken neu ent- deckt oder erneut geweckt. Bücher sind wertvoll — immer noch. Sie liefern Unterhaltung, Information, Spannung, Humor, einfach alles, was man will und immer zu einer Zeit, die man sich selbst einteilt. Man reist an Plätze oder in Epochen, die man persönlich nicht erreichen kann. Man liest anderen vor, die gerne zuhören, die noch nicht oder nicht mehr lesen können. Man kann Bücher teilen oder weitergeben. Das gilt für das Buch der Bücher, für Klassiker, für moderne Bücher, für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Es gibt keine Altersbeschränkung, denn man kann alles lesen. Manchmal versteht man vielleicht etwas nicht. Manchmal muss man erst lernen, das vorliegende papierbasierte Produkt zu verstehen. Vielleicht eben erst nach mehrfachem Anlauf. Als Elternteil bzw. als Großeltern lernt man auch die Kinder- bücher wieder kennen und lieben. Bücher können auch wiederholt gelesen und genossen werden. Auf ihre Weise sind sie zeitlos. Das Juni-Thema „Oh, du schöne Jugendzeit“ verleitete die Teilnehmer weniger dazu, über Bücher als über persönliche Erfahrungen aus der Jugendzeit zu sprechen — und an diese denkt manch einer nicht so gerne zurück. Aber nach anfänglicher Skepsis erwiesen sich diese Erfahrungen dann auch als interessant und erzeugten intensive Diskussionen: Man musste den überwiegend geschützten Bereich der Kindheit verlassen und in ein unabhängiges Leben starten. In diesem neuen Leben hatte man mangels Erfahrung und aufgrund anderer Einflüsse viele schlechte und enttäuschende Erfahrungen gemacht — schmerzende Erfahrungen. Im reiferen Alter hat man genug gelernt, um solche Schmerzen zu vermeiden. Natur- gemäß ist diese harte Lehrzeit dann eher in schlechter, schmerzlicher Erinnerung. Die im Jugendalter gelesenen Bücher und die allgemein bekannten Jugendbücher oder - serien scheinen diese Einschätzung zu teilen bzw. zu beschreiben. Denkt man an „echte“ Klassiker wie Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ oder Jugendbuchklassiker wie Emmy von Rhodens „Der Trotzkopf“, „Anne auf Green Gables“ von Lucy Maud Montgomery oder auch Françoise Sagans „Bonjour Tristesse“ kann man viele Empfindungen und Erlebnisse der Protagonisten auf seine eigenen Erlebnisse übertragen. Das gilt durchaus auch für modernere Beispiele wie die „Plötzlich Prinzessin“-Serie von Meg Cabot oder die „Harry Potter“-Reihe von Joanne K. Rowling — Titel, die im englischen Sprachraum unter „erwachsen werden“ einkategorisiert werden. Und erwachsen geworden sind die Teil- nehmer der Herbstzeitlese alle nach der „Oh, so schönen Jugendzeit“! Die Herbstzeitlese findet an jedem ersten Freitag im Monat nach dem Mittagstisch um 13:00 Uhr in der Ev. Bücherei in Remagen unter der bewährten ehrenamtlichen Leitung von Irmgard Kremer-Bieber statt.